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Vielleicht wohl spezieller als das Kleid

Publiziert am 15 Juni 2017

Geschrieben von Alec Ewing
Knopen op zeventiende eeuwse kaftan

Detail vom Kaftan mit den silbernen Knöpfen (Foto: Emmy de Groot, Universität von Amsterdam)

Wenn es über den Fund des Palmholzwracks geht, habe ich nicht genug Superlative. Es ist ein so großer Fund und so spektakulär! Die Forscher sind dabei, hunderte Objekte zu identifizieren und dazwischen befinden sich Schätze. Glücklicherweise können wir ab und zu unsere Begeisterung mit dem Publikum teilen. Im letzten Jahr das Kleid, danach die Teppichfragmente und jetzt ein östlicher Kaftan!

Fragil aber komplett

Der Kaftan stammt wahrscheinlich aus dem ottomanischen Reich, das im siebzehnten Jahrhundert aus der Türkei, großen Teilen des Mittleren Ostens und Südost-Europa bestand. Genau wie das zuvor gezeigte Kleid ist der Kaftan relativ gut erhalten geblieben. Wenn man bedenkt, dass er fast vier Jahrhunderte unter Wasser gelegen hat, kann man sich kaum vorstellen, wie das möglich ist. Der Stoff ist schon sehr empfindlich. Darum haben wir in Absprache mit der Provinz und den Forschern beschlossen, ihn nur zehn Tage lang zu zeigen. Das Gewebe ist so zart, dass wir den Kaftan in der Kiste ausstellen. Er darf so wenig wie möglich bewegt werden; darum trat mir während der Fahrt von Amsterdam nach Texel bei jedem Schlagloch der Schweiß auf die Stirn! 

Seide und Silber

Der Kaftan ist aus roter Seide. Auf ihm befinden sich große, filigrane Silberknöpfe. Dank der modernen Technik, über die die Forscher verfügen, wissen wir ganz genau, welche Materialien und Farbstoffe gebraucht wurden. In Anbetracht dessen, dass alles sehr teuer und luxuriös war, muss der Eigentümer ziemlich reich gewesen sein. Der Kaftan ist relativ klein, darum denken wir, dass er einer kleinen Frau oder einem Kind gehört hat. Anders als das Kleid, das nur einer gesetzten, stattlichen Frau gepasst haben kann.

Zusammenarbeit in der Forschung

Die Forscher der Universität von Amsterdam teilen ihr Ateliergebäude mit dem Rijksmuseum. Es ist faszinierend, sich dort umzuschauen! Vor kurzem habe ich dort an der Pressepräsentation des Kaftans teilgenommen. Ebenfalls anwesend war Jenny Tiramani, eine Expertin von der School of Historical Dress in London. Sie ist diejenige, die das Kleidungsstück als Kaftan erkannt hat; davor wurde es als Jacke mit einem Fragezeichen dahinter geführt.

Extrem besonders

Das Kleid war spektakulär, aber dieser Kaftan ist eigentlich noch spektakulärer. Die östliche Verbindung gibt der Geschichte eine neue Wendung. Eigentlich ist es ein großes Puzzle; immer kommt ein kleines Stückchen Klarheit dazu. Es scheint mir phantastisch, wenn alle Puzzleteile und alle Nachforschungen der Forscher zu einem vollständigen Bild des Schiffes, der Ladung und des Eigentümers führen.

Konservieren

Wie erhalten wir dieses zarte Gewebe? Eine wichtige Frage, auf die die Forscher der Universität von Amsterdam eine Antwort versuchen zu finden. Vermutlich ist die Lösung eine sauerstofffreie Vitrine, gefüllt mit z.B. Stickstoff. Dann stoppen alle Abbauprozesse. Auch dies finde ich wahnsinnig spannend; es ist vielleicht kein sexy Thema, aber schon von wesentlicher Wichtigkeit. Die Untersuchungen sind im vollen Gang. Ich erwarte mit Spannung die neuen Ergebnisse der Wissenschaftler und den Moment, in dem wir den ganzen Fund in eine dauerhafte Ausstellung übernehmen können!

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