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Puzzeln und nachforschen

Publiziert am 12 Oktober 2017

Geschrieben von Alec Ewing

Kind bezig met onderwatervondst

Fast jede Woche kommen auf der Insel besondere Objekte zum Vorschein. Schätze aus dem Meer, spektakuläre Strandgutfunde, Dinge aus Nachlässen und Kisten vom Dachboden. Wenn das Museum angerufen wird, darf ich, als Konservator, mir das anschauen. Ich fühle mich dann ein wenig wie ein Kind im Süßwarenladen. Alt ist es immer, aber was ist es, wo kommt es her und wo war es für gedacht? Diese Art von Fragen stellen sich sofort, aber es ist nicht immer einfach, sie zu beantworten. Riesig spannend!

In einem Fischernetz

So kamen vor kurzem Tony van der Vis und Fred Wiering von der TX38 mit einer Holztafel in unser Museum, die sie in ihren Netz gefunden hatten. Darauf stand KM AMAZONE und sowie eine kleine Krone. Die Buchstaben KM erinnerten mich sofort an die Königliche Marine, somit bin ich damit zu meinem Kollegen vom Marinemuseum in Den Helder gegangen. Er nahm mir jedoch fast sofort die Illusion: Für die niederländische Marine fuhr nie ein Schiff mit dem Namen Amazone.

Preußisches Schiff

Mit Hilfe eines deutschen Kollegen konnten wir die mögliche Herkunft von diesem Namensschild heraus finden. Es stammt wahrscheinlich von der SMS Amazone, ein Schiff, das 1843 in Stettin (im damaligen Preußen) gebaut worden war. Es war ein 44 Meter langer Dreimaster, bestückt mit 18 Kanonen. In Zeitungsarchiven war zu lesen, dass es 1861 auf der Nordsee nahe Texel gesunken ist, wobei die gesamte Mannschaft ums Leben kam. Das Namensschild war möglicherweise auf der Laufbrücke oder an einem Rettungsboot befestigt. Erstaunlich, dass es dann anderthalb Jahrhunderte später zwischen dem Fang auf dem Laufband erscheint!

Nachforschungen

Das Nachforschen über die Geschichten hinter den Funden ist ein sehr toller und spannender Aspekt von meiner Arbeit. Es geht nicht immer so schnell, wie bei dem Namensschild der Amazone und manchmal erfährt man überhaupt nicht, was der Hintergrund von einem Objekt ist. Aber wenn es gelingt, dann gibt es wirklich einen Kick. Nicht alles ist in Büchern oder Online zu finden, aber glücklicherweise gibt es viele Experten auf allerlei verschiedenen Gebieten, die ich zu Rate ziehen kann. Durch die Nachforschungen lerne ich selber auch immer mehr.

Hilf dem Konservator

Zu Beginn der niederländischen Herbstferien finden die landesweiten Archäologietage statt. Meine Kolleginnen Annelies Verbrugge und Marieke Holthuijsen haben sich darum eine Kinderaktivität ausgedacht, die sich auf die Archäologie bezieht. Sie heißt ‚Hilf dem Konservator‘ und findet in der Ausstellung ‚Archäologie unter Wasser‘ statt. Ich habe allesamt Objekte zusammen gesucht, die von Kindern untersucht werden dürfen. Anhand einer Fragenliste können sie selber eine Idee über die Herkunft, Funktion und Alter eines Objektes bekommen. So entdecken sie gleich, was die Arbeit eines Konservators beinhaltet. Wer weiß, vielleicht wird einer so inspiriert, dass er später Geschichte oder Archäologie studiert!

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